Ausflug nach Lobetal
Wieder einmal wurde in Waren der Wunsch laut, eine Busfahrt zu unternehmen. Die Frage war nur: wohin und wann und wer würde sich dafür interessieren? Nach einigen Überlegungen und Sondierungen kam Lobetal bei Bernau ins Blickfeld. Es wurden sogleich einige Kontakte aufgenommen. Als Termin wurde der 10.09. ins Auge gefasst und ein Busunternehmen in Plau unterbreitete uns ein günstiges Angebot. Da seit einiger Zeit das Regionen-Modell im Gespräch ist, haben wir gedacht, wir nehmen mal mit Neubrandenburg und Neustrelitz Kontakt auf und laden sie ein, mitzufahren. Es zeigte sich Interesse.Der Bus machte als erstes Halt in Malchow, dann in Waren und dann in Neustrelitz. Eine bunt gemischte Teilnehmerschar hörte im Bus eine kurze Morgenandacht. Mit einigen Liedern ging die Fahrt bei schönem Wetter über Fürstenberg nach Lobetal zu den Hoffnungstaler Stiftungen, eine diakonische Einrichtung der v.Bodelschwingschen Stiftungen – schön gelegen am Mechesee. Im Bonhoefferhaus erwartete uns dort im Speisesaal das Mittagessen. Umgeben waren wir von den uns ungewohnten Lauten der Behinderten.
Nach dem Mittagessen führte uns Herr Keller sachkundig durch das gesamte Gelände. Wir wurden informiert über die Anfänge einer Arbeiterkolonie. Im Jahr 1905 entstand dort auf Initiative von Pastor Bodelschwingh der Verein „Hoffnungstal“, der sich um Obdachlose aus der Großstadt Berlin kümmerte. Im Laufe der Zeit entstanden einige Außenstationen z.B. in Erkner, in Eberswalde, in Zehdenick u.a. Diese Arbeit hat eine vielfältige Geschichte: Pastor Paul Braune rettete durch sein mutiges Auftreten während des Nationalsozialismus vielen „Lebensunwerten“ das Leben. Chancen und Belastungen kamen durch das Kriegsende und die folgende DDR-Zeit auf Lobetal zu. Ein besonderes Ereignis war die Asylgewährung des Ehepaar Honecker im Pfarrhaus durch Pastor Uwe Holmer. Wir standen vor dem besagten Pfarrhaus. Es waren bewegende Augenblicke. Herr Keller (Bausachverständiger der der Anstalt) konnte uns von vielen baulichen Maßnahmen zum Wohl der Bewohner berichten. In der Bio-Molkerei sowie in den Werkstätten für Behinderte wird den Menschen eine Perspektive für ein selbständiges Leben gegeben. Die Arbeit der Hoffnungstaler Anstalten ist vielfältig: es werden Menschen mit Sehstörungen, Epilepsie, Suchtgefährtete, Jugendliche und Senioren betreut.
Nach der sehr interessanten Führung durch das Gelände wartete eine Kaffeerunde auf uns, und dann wurde es auch schon Zeit, die Rückfahrt anzutreten. Ein Quiz unterhielt uns dabei. In Dannenwalde auf dem Parkplatz, nahe der schönen Dorfkirche, wurde noch ein Picknick mit leckeren mitgebrachten Kostbarkeiten gemacht. Einige nutzten diesen Stopp, um die Dorfkirche zu besichtigen.
Möge dieser Tag uns in guter Erinnerung bleiben. Wir hoffen, dass dieses gemeinsame Unternehmen in der Region keine Eintagsfliege ist.
Karl Steinke, Malchow



