Bad Doberan ist auf dem Weg …
Nachdem Bad Doberan zu einem Zuzugsgebiet wurde und in den vergangenen Jahren Versuche gescheitert sind, „Haus Gottesfrieden” zu einem guten Preis zu verkaufen, entstand die Idee, dort eine neue Landeskirchliche Gemeinschaft aufzubauen. Dafür sprach auch die Tatsache, dass in den letzten Jahren immer mehr den 14-täglichen Gottesdienst besuchten. Heute sind wir rund 40 Gottesdienstbesucher.Jedes Mal, wenn ich mit unserem Hund durch Doberan laufe, stelle ich mir vor, wie das wäre, wenn diese vielen Menschen Jesus kennen würden. Alleine die Tatsache, dass hier die meisten Menschen mit Kirche und Gott nichts anfangen können, macht mich nicht nur traurig, sondern motiviert mich zu helfen, das zu verändern. Der Mitarbeiterkreis vor Ort und auch die LKG Ros-tock denkt genau so. Seit Jahren wird Bad Doberan als Außenstelle von Rostock mit betreut. Seit Jahren ist der Gedanke einer größeren Gemeinschaftsarbeit hier gereift.
Aber die Frage bleibt: Wie kann das funktionieren? Am Anfang waren Recherchen über Einwohnerzahl, Arbeitssituation, Altersstruktur sowie über andere Gemeinden im Ort wichtig. Über die Ergebnisse waren wir sehr erstaunt. Mit ca. 12.000 Einwohnern ist Bad Doberan nicht nur eine Kreisstadt, sondern u.a. auch Zentrum für viele Schulkinder aus dem Landkreis, besonders beim Gymnasium. Die kürzlich veröffentlichten Arbeitslosenzahlen ergaben, dass die Quote im Kreis Bad Doberan gerademal bei 6% liegt. Und genau diesen Eindruck macht auch die Stadt. Denn dort wo es Arbeit gibt, leben auch Familien und Menschen aller Altersgruppen.
So haben wir begonnen, die Stadt und die Menschen kennenzulernen. Besonders auch die, die schon zur Gemeindearbeit gehören. Weil wir selbst ja einige Kinder (vier Mädchen und einen Jungen) haben, begannen wir direkt nach den Sommerferien mit einer Jungschararbeit. Dazu haben wir Kinder eingeladen, die wir bei Reach Meck-Pom in Doberan in unserem Haus hatten. Zur Jungschar gehören heute acht Mädchen und Jungen von sechs bis elf Jahren.
Besonders wichtig war in den vergangenen Monaten das Planen und Schulen im Mitarbeiterkreis. Dort sind wir neun Leute, alle zwischen 35 und 50 Jahren jung. Inzwischen haben wir uns Gedanken über unsere Hauptzielgruppe gemacht. Unsere weiteren Themen: Freundschaftsevangelisation, zukünftige Kleingruppenarbeit, Evangelisation und Glaubenskurse. Auch über die Form des Gottesdienstes haben wir uns ausgetauscht und angefangen, auch mal Neues auszuprobieren.
In dieser Zeit hat sich in der Mitarbeiterschaft noch eine andere Sehnsucht breit gemacht: der Wunsch miteinander Zeit für das Gebet zu haben. Im Herbst begannen wir, nach den Gottes-diensten zum Beten zusammenzukommen. Es ist sehr schön, dass wir hierbei keine kleine Gruppe sind. Trotzdem sind wir nicht von Widerständen verschont geblieben. Seit Ende Februar treffen wir uns nun alle 14 Tage montags, um als Kerngruppe der Gemeinde Anliegen vor Gott zu bringen. Wir bitten Gott, uns auch die nötige Liebe für die Menschen in unserer Stadt zu schenken. Bei vollen Terminkalendern ist das nicht immer leicht. Für uns ist klar: Keiner von uns kann Gemeinde bauen, nur Gott kann das! Deshalb ist zurzeit das Gebet für das, was hier gepflanzt wurde und weiter aufbricht, das Wichtigste.
Wir wünschen uns, mehr in der Öffentlichkeit der Stadt zu sein. Überlegungen sind: ein regelmäßiger Infostand auf dem Wochenmarkt, Berichte über unsere Arbeit in der Regionalpresse und Teil der verschiedensten Events der Stadt werden. Erfahrungen haben wir hierzu mit einem Stand auf dem Doberaner Cityfest (dem Weihnachtsmarkt) gemacht. Neben dem Verschenken von Bü-chern, Kalendern und Infomaterial verkauften wir Tee, Kaffee und Crepes. Dabei kam es zu vie-len, wertvollen und guten Gesprächen mit Menschen aus unserem Umfeld.
Bitte beten Sie für diese Arbeit in Bad Doberan – und schicken Sie uns auch Ihre Anliegen, damit wir für sie beten können.
Christoph Scharf, Referent für missionarische Gemeindearbeit in der LKG Rostock mit Schwer-punkt in Bad Doberan (www.lkg-doberan.de)



