Buchbesprechung “Evangelisation – ein Lebensstil” statt Bibelgespräch

Evangelisation - ein LebensstilEines Tages fragt Todd (13 Jahre) seinen Vater: “Vati, wie kann ich ein guter Zeuge sein? Ich bin nicht so ein guter Christ wie Michelle. Michelle erzählt ihren Freunden von Christus”. Der Vater fragt sich, wie er seinem Sohn helfen kann. Er rät ihm: “Todd, du musst nicht viele Wort machen. Lass dir eine Sache besonders wichtig sein: Sei ein Friedensstifter.” Der Vater gibt Todd Tipps dazu. Er erklärt ihm, dass es Gottes Wille sei, wenn er dem anderen wirkliche Beachtung schenkt und von sich aus Initiative ergreift bei der Lösung von Konflikten. Einige Wochen später hat Todd einen schlimmen Streit mit seinem Freund, einem Nachbarsjungen. Wie konnte er hier Friedensstifter sein? Es schien ausgeschlossen! Zuhause mit den Eltern las er Römer 12, 17-18: “Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißigt euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden.” Todd weiß nun, was zu tun ist. Er geht zu seinem “Einst-Freund” und versöhnt sich mit ihm. Nach kurzer Zeit wird Todds Mutter zu der Nachbarsfrau eingeladen. Sie erzählt ihr, dass ihre Familie Todds Freundschaft mit ihrem Sohn aufmerksam verfolgt habe. Sie ist zu dem Schluss gekommen, dass in Todds Familie etwas ist, was sie dringend brauchen. Das Leben eines 13jährigen Jungen hat die Tür zu einer ganzen Familie geöffnet.
An solchen und anderen Beispielen haben wir in der LKG in Ludwigslust lernen können – und sind noch dabei – wie heute Menschen mit Gottes Liebe erreicht werden können. Uns wurde sehr wichtig, dass Beziehungen zu Menschen, die Jesus Bibelgespräch LWLChristus noch nicht kennen, geknüpft werden müssen. Sie sind nicht einfach da. Die Menschen in unserem Land – besonders in Mecklenburg – sind gerade nicht erreicht von Gottes Wort, seiner Liebe zu ihnen. Wie erreichen wir die Menschen, die Jesus nicht kennen? Wie verständigen wir uns? Jesus braucht Menschen, die mit ihrem ganzen Leben seine Zeugen sind. Es geht dabei nicht um unsere Leistung. Zeugnishaft leben kann nur der, der selbst aus dem Wort Gottes lebt, der sich von Gott beschenken, erfüllen und prägen lässt. Jesus selber bereitet die Menschen vor, zu denen er uns schickt. Menschen zu lieben ist keine Zeitverschwendung! Es ist wichtig, dass wir das Denken unserer Mitmenschen verstehen lernen, um so von Jesus reden zu können, dass sie damit etwas anfangen können.Warum haben wir uns mit dem Buch „Evangelisation – ein Lebensstil” von Jim Petersen beschäftigt?

Wir wollen missionarische Hauskreise ins Leben rufen. Mit diesem Buch haben wir uns ein Stück darauf vorbreitet. Der Autor rief in Erwin und Carola Maiwaldeinem säkularisierten (verweltlichten) Umfeld selber immer wieder „Bibelstudiengruppen” ins Leben. An diesen Abenden hielten frisch zum Glauben gekommene Christen einen kleinen Vortrag zu einem Thema des christlichen Glaubens. Danach war Zeit zur Diskussion und zu einem kleinen Essen. Durch das Zeugnis dieser jungen Christen sind viele der eingeladenen Gäste zum Glauben gekommen. Jim Peterson ermutigt auch, mit einzelnen Menschen, die wir dafür interessieren können, einfach nur das Johannesevangelium zu lesen. Er hat damit gute Erfahrungen gemacht und erlebt, wie Gottes Wort selbst die Kraft hat und einen Menschen verändert. Das war für uns eine große Ermutigung.

Was haben wir gelernt?
Jeder Christ kann an der Evangelisation beteiligt werden, denn 90% des Evangelisierens ist Liebe. Damit werden wir reichlich beschenkt. Gott will uns in seinem Versöhnungsplan.

Wir nehmen vieles mit – Schlaglichter und Meinungen von einigen Teilnehmern:

  • Wir Christen werden beobachtet. Eine ganzheitliche, sehr ehrliche, authentische Lebensform spricht überzeugend – besonders, wenn sie gemeinsam praktiziert wird.
  • EEs lassen sich mehr Menschen mit dem Evangelium erreichen als wir denken.
  • “Glauben lernen” ist oft ein langer Prozess. Beziehungen wollen lange und kontinuierlich gepflegt werden.
  • Beziehungen zu Menschen aufbauen, die Jesus noch nicht kennen, ist die Voraussetzung, dass ich ihnen die frohe Botschaft sagen kann.
  • Ich muss mich in den anderen Menschen hineinversetzen können, ohne dass ich mich ihm völlig anpasse.
  • 10 Minuten bei einem Besuch können schon genügen, um die nächste intensivere Begegnung vorzubereiten.
  • Schlagen Sie nie eine Einladung aus.
  • Christen begehen den größten Fehler darin, dass sie nicht anhaltend für Nichtchristen beten.

„Ich finde es sehr gut, ein Buch wie dieses durchzuarbeiten. Es war eine gute Vorbereitung für die Arbeit der missionarischen Hauskreise. Es hat mir viele positive Erkenntnisse gegeben für meinen eigenen Lebensstil in der heutigen Zeit, in der sich Menschen schwer ansprechen lassen, um über Fragen des Glaubens nachzudenken. Durch die intensive Vorbereitung zu den einzelnen Abenden, indem wir uns das Wichtigste unterstrichen und zum Teil aufgeschrieben haben, war eine lebhafte Aussprache möglich.”
Bibelgespräch02 LWL„Das Buch ist mir zur Ermahnung geworden, in vielen Dingen umzudenken (Wie rede ich mit anderen?)”.
„Ich finde es gut, das Thema aus dem Blickwinkel des Buches zu sehen.”
Gabriel Möbius mit Dorothea Neumann, Carola Maiwald und Klaus Schwentkowski, Ludwigslust
„Evangelisation – ein Lebensstil” von Jim Petersen, Francke-Buchhandlung; 1. Aufl. März 2006, ISBN-13: 978-3861228110