„Das verlorene Kätzchen“ – Weihnachtsmusical in Ludwigslust

Weihnachten2010 LWLWie gestalten wir den Gottesdienst am Heiligabend in der Stiftskirche, zu dem vor allem Familien kommen? Wie bringen wir für diese Zielgruppe die Geburt Jesu und den Predigttext aus Johannes 3,16 zusammen? Diese Fragen haben uns in Ludwigslust bewegt, weil wir dieses Jahr als Landeskirchliche Gemeinschaft zum zweiten Mal eine der beiden Christvespern in der Stiftkirche eigenständig verantworten und gestalten können.„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.” (Johannes 3,6) Das ist unsere Botschaft. Aber wie „verpacken” wir sie verständlich? Nach zwei Anläufen ist das Weihnachtsmusical „Das verlorene Kätzchen” herausgekommen:
Weihnachten2010_01LWLLena will ihrer Freundin Anna das Kätzchen zeigen, das sie am Nikolaustag geschenkt bekommen hat. Da entdecken die beiden Mädchen: Das Kätzchen ist verschwunden. Die beiden machen sich auf die Suche. Lena singt: „Wenn ich was verloren habe, und ich hatte es so gern, dann bin ich so richtig traurig, und die Freude ist ganz fern. O, da will ich sofort suchen gehen, bleibe da bei nichts und niemand stehn. Suche, was das Zeug hält, mach nicht schlapp, bis ich meinen kleinen Liebling endlich wieder bei mir hab.”
Eines Tages entdeckt Lena ihr Kätzchen. Aber es läuft davon. An den folgenden Tagen versucht sie gemeinsam mit ihrem Bruder, es mit Futter zu locken. Aber sobald sie sich dem Kätzchen nähern, läuft es weg. Lena ist total unglücklich. Sie fragt: „Was kann ich denn noch tun, damit mir das Kätzchen vertraut?” Dann hat sie eine Idee: Sie müsste selbst ein Kätzchen werden und ihrem Kätzchen sagen, dass es keine Angst haben braucht und dass sie es gut versorgen wird. Aber das geht natürlich nicht. Deshalb soll Weihnachten dieses Jahr ausfallen. Darauf antwortet der Vater: „Wir feiern Weihnachten weil Gott gerade das getan hat, was du nicht tun kannst! Er hat uns Menschen auch verloren. Da hat Gott seinen Sohn zu uns gesandt. Jesus ist an Weihnachten geboren, um uns zu sagen: Gott hat euch lieb. Bei ihm findet ihr echtes Leben.”
Weihnachten2010_02LWLDie Lösung naht mit einer Idee der Mutter: Die Tante, die Lena das Kätzchen geschenkt hat, hat noch mehr kleine Katzen. Wenn die Tante nun mit einem anderen Kätzchen zu ihrem Kätzchen geht? Vielleicht würde es dann mitkommen? Der Plan funktioniert. Am Heiligabend steht Lenas Kätzchen von selbst vor der Tür. Als Lena die Tür aufmacht, kommt es herein und schleckt aus einem Schälchen Milch. Die ganze Familie freut sich. Und der Vater sagt: „So freut sich Gott, wenn ein Mensch ihm vertraut und zu ihm nach Hause kommt. Damit dies geschieht, deshalb ist Jesus geboren.”
Da wir wenige Spieler zur Verfügung haben, müssen in diesem Weihnachtsmusical nur fünf Rollen besetzt werden. Zwei Jugendliche spielten Vater und Mutter. Zwei Kinder aus unserem Kindergottesdienst waren dabei und ein Junge aus der Stadtkirchengemeinde. Die Lieder wurden zum größten Teil von unserem gemischten Chor gesungen. Anfang November 2010 haben wir mit Üben begonnen. Am 15. Dezember 2010 war die Premiere für „Das verlorene Kätzchen”. Bei der Weihnachtsfeier der Mobilien Pflege durften wir es älteren Menschen und einigen Mitarbeitern vorspielen. Dazu hat Prediger Gabriel Möbius eine kurze Andacht gehalten. Am 24.12.2010 kam dann der Höhepunkt in der Stiftskirche. Wir hoffen und beten, dass Kindern und Eltern, alten und jungen Menschen aufgegangen ist, das Gott an ihnen Interesse hat, sie liebt und alles getan hat, damit sie dorthin kommen, wohin sie gehören: In die Gemeinschaft mit ihm.
Gabriel Möbius