Die gute Nachricht gehört auf die Straße

Ronny und Jäcky„Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.” – Ein Satz, der Gemeinschaftsleute nicht mehr unbedingt aufhorchen lässt. Wenn das aber 35 Kinder mitten im Plattenbaugebiet unter freiem Himmel singen und neugierige Erwachsene zaghaft über die Balkonbrüstung luken, dann ist das etwas Besonderes. Eine ganze Woche lang erklang dieses Lied und viele weitere bei den Kindertagen auf dem Distelberg in Güstrow. Ronny und Adina, zwei Kinderevangelisten von „Time-for-Jesus” (Zeit für Jesus) und natürlich Jäcky aus dem Koffer begeisterten in dieser Woche bis zu 60 Kinder und Erwachsene.
DiestelbergWir haben im Vorfeld ganz schön auf Risiko gespielt – oder soll ich eher sagen: Gott hat unsere Blauäugigkeit gesegnet? Denn wer kommt schon im April(!) auf die Idee, eine Woche lang Open-Air-Evangelisation anzusetzen? Doch scheinbar fand ER die Idee ganz gut und so begannen wir am 13. April bei Sonnenschein mitten auf der Fußgängerpromenade verschiedenste Technik und Spiele aufzubauen.
Mütter und Omas holen gerade ihre Kleinen aus dem Kindergarten, Grundschüler schlendern nach dem Unterricht herum. Viele bleiben beim riesigen „Vier-Gewinnt” oder beim Schwungtuch hängen. Wir Güstrower Mitarbeiter überwinden unsere Scheu und verteilen Einladezettel, die als Eintrittskarten mit Gewinnmöglichkeit getarnt sind. Als Ronny dann mit einem Illusionstrick und Liedern startet, sind auch ein paar Teens gekommen, die lautstark deutlich machen, dass sie auch da sind. So müssen wir das Programm schon nach 30 Minuten beenden. Kleine Startschwierigkeiten! Aber für den Anfang bin ich zufrieden. Wann hatte es das in diesem Wohngebiet mit 2700 Einwohnern, davon 450 Kinder und Jugendliche, schon mal gegeben? Das Evangelium wird lautstark mit Verstärkeranlage unter freiem Himmel gesagt und 30 Leute, Klein und Groß setzen sich hin und hören zu!
Schule DiestelbergAm nächsten Morgen beginnen wir um 9:00 Uhr in der Förderschule. Alle 1 bis 5 Klassen sind in der Turnhalle versammelt. Ronny erzählt mit viel Humor von einem Jungen in Australien, der mit seinem Vater eine Tour durchs Buschland unternimmt und ein gefährliches Abenteuer mit einer Giftschlange besteht. Am Schluss der Geschichte spannt Ronny ohne zu Zögern den Bogen und erzählt von der Bibel als Anleitung für ein gelingendes Leben. Wir laden zu den Kindertagen auf dem Distelberg ein.
Hier kommen an jedem Nachmittag neue Kinder. Auch einige junge Muttis bleiben die ganzen 1½ Stunden und erleben das abwechslungsreiche Programm mit, während sie von uns mit Kaffee versorgt werden.
Die Gemeinschaftsstunde am Sonntag findet nicht wie gewohnt im Saal statt, sondern auf der grünen Wiese inmitten grauer Vier nimmtPlatten. Die Posaunen laden hörbar ein, während die Kinder noch auf dem Seil balancieren oder mit unserem FSJler Fußball spielen. Andere Mitarbeiter laufen noch mal durch die Siedlung und laden zum Open-Air-Gottesdienst mit Kaffeetrinken ein. 35 Kinder haben es sich auf der Plane vor dem „Time-for-Jesus-Bus” gemütlich gemacht und 30 Erwachsene lauschen auf Bierbänken sitzend der Geschichte vom Fischfang des Petrus.
Begeisterte ZuhörerIch selbst bin ergriffen und neu ermutigt. Wir können und sollen klar von Jesus reden, gerade gegenüber Nichtchristen. Allgemeine Bekenntnisse wie „Ich gehöre zur Kirche” reißen keinen vom Hocker und helfen niemandem. „Jesus lebt” – das ist unsere Botschaft! Wir haben dankbare Rückmeldungen, keine Beschwerden. Der Kindertreff „Leuchtturm” ist vielen bekannt geworden und mancher hat vielleicht das erste Mal in seinem Leben Bekanntschaft mit einem Christen gemacht. Gott hat uns neu herausgelockt und wir haben neu gelernt: Die gute Nachricht von Jesus gehört auf die Straße.
Daniel Queißer, Prediger in Güstrow