Geistliches Leben in der Schule…und auf dem Dorf!
Vor etwa drei Jahren bin ich Christin geworden und gehöre seitdem zum EC Parchim. Auch wenn es für mich nicht immer so einfach ist, nach Parchim in den Gemeinschaftsgottesdienst zu fahren, da es immerhin 15 Kilometer bis dort hin sind. Wie es trotzdem dazu kam?
Es entwickelte sich durch zweimal im Jahr stattfindende Jugendabende an der Schule, bei denen es um Gott ging. Ich bin da mal hingegangen und nach vier oder fünf solcher Abende hat’s dann „klick“ gemacht. Das war ab November 2006. Seitdem versuche ich, so viel wie möglich in der Gemeinde mitzuarbeiten.
Ich möchte aber auch, dass mein Glaube darüber hinaus in der Schule und in meiner Familie sichtbar ist. Darum hab ich seitdem eigentlich von nichts anderem mehr geredet. Das hat nicht jedem so gut gefallen. Nach einiger Zeit wuchs die Akzeptanz in der Schule als Christ aber deutlich an. Ich konnte sogar Leute aus der Schule zu diesen Jugendabenden einladen. Irgendwann hat unserer EC Parchim dann einen Lobpreisabend an meiner Schule veranstaltet. Das wurde auch deshalb möglich, weil wir jedes Jahr Freiwillige aus dem EC an der Schule haben. Der Lobpreisabend war eine gute Möglichkeit, um den Schülern zu zeigen, dass der Glaube nicht immer nur leise und langweilig sein muss. Auch die Schulleitung fand den Abend richtig toll. Irgendwann hatte meine Geschichtslehrerin(!) dann die Idee, einen Gottesdienst in Zusammenarbeit mit der Schule und der Kirchgemeine Marnitz zu gestalten. (Marnitz ist ein kleines Dorf in der Nähe von Parchim, in dem ich wohne und zur Schule gehe.) Der damalige Pastor war von der Idee nicht so begeistert. Aber dann kam ein neuer Pastor nach Marnitz, der sich gleich bei der Schulleitung vorgestellt hat. Dann ging alles ganz schnell. Ein kleines Team aus Lehrern, Schülern, Gemeindemitgliedern und dem Pastor hat sich getroffen und einen Gottesdienst vorbereitet. Es war aber kein ganz normaler Gottesdienst, wie ihn jeder kennt. Die Schüler haben fast den Pastor ersetzt. Sogar die Predigt durfte ich selber schreiben und selber predigen. Es war schon ein komisches Gefühl, in einer Kirche zu predigen, in der ich im Gegensatz zur Parchimer Gemeinschaft kaum Menschen kenne. Die Kirche war fast voll. Alles in allem war es ein sehr schöner Gottesdienst, den wir kurz vor Ostern so ähnlich noch mal halten wollen.
Das ist aber noch nicht alles, was sich zwischen Schule und Kirche entwickelt hat. Denn meine Schule organisiert jedes Jahr ein Weihnachtsfest. Normalerweise findet die Feier dann auch dort statt. Nicht letztes Jahr. Letztes Jahr sind wir an diesem Abend in die Kirche gegangen. Viele Schüler haben gezeigt, was sie für Talente haben. Ich selber habe eine Pantomime aufgeführt und später über diese Pantomime eine kleine Andacht gehalten. Ich glaube, der Abend ist uns gut gelungen. Einige meiner Mitschüler haben irgendwann sogar angefangen, mir Fragen über den Glauben zu stellen. Es ist wirklich wichtig und notwendig, das, was man in der Gemeinde lernt, zu zeigen und an andere weiter zu geben. Letztendlich gibt man eigentlich so wenig und bekommt so viel von den Menschen zurück…das ist echt ein sehr schönes Gefühl.
Anja Vorbeck, EC-Parchim



