Holocaust-Überlebenden in Israel die Wohnungen renoviert
Zwei Wochen verbrachten wir, Werner und Christiane Goldmann aus der LKG Güstrow/ Linstow mit deutschen Handwerkern und Helfern in Israel. Unser Ziel war es, Holocaust-Überlebenden in Jerusalem und Haifa die Wohnungen zu renovieren. Wir haben es uns nach dem biblischen Aufruf aus Jesaja 40,1 (Gott spricht: „Tröstet, tröstet mein Volk”) zur Aufgabe gemacht, in Israel, speziell in Jerusalem, Überlebenden des Holocausts ihren Lebensabend zu verbessern. Unser Team mit ca. 30 Mitgliedern bestand aus Malern, Maurern, Tischler, Akademiker, Hausfrauen und anderen Helfern, aus Menschen, die ein Herz für Israel und Holocaust-Überlebenden haben. Wir waren Christen aus verschiedenen Gemeinden, Gemeinschaften und Freikirchen. Diese Handwerkerreise wurde von den Sächsischen Israelfreunden organisiert und wir waren zum dritten und zweiten Mal dabei.
Neben den handwerklichen Arbeiten steht der persönliche Kontakt zu den Überlebenden des Holocaust im Vordergrund. Anteilnahme an erschütternden Lebensberichten, Trost, Zuwendung und gemeinsame Mahlzeiten bei den Renovierungsarbeiten prägten die Begegnungen.
Zehn Tage lang wurde jeweils in den Wohnungen gearbeitet oder an anderen Hilfsprojekten, z.B. in einem Altenheim für Holocaust-Überlebende in Haifa. Die Arbeitstage begannen in den einzelnen Kleingruppen mit einer gemeinsamen Stillen Zeit über Bibeltexte aus Römer 9-11 und Gebet. Die Andachten öffnen neue geistliche Impulse und Sichtweisen zum Wort Gottes.
Vier Tage wird dann das Land Israel mit seinen Sehenswürdigkeiten besichtigt. Dabei erhalten wir Einblicke in politische Situationen, Lebensweisen und Landschaften, die der normale Tourist so nicht zu sehen und zu hören bekommt.
Finanziert werden unsere Handwerkerreisen sowie das Material zum Renovieren von den Teilnehmern selbst und durch Spenden. Den persönlichen finanziellen und handwerklichen Einsatz bekommt man schon in Israel zurück, in Form von Dankbarkeit, Freude, strahlenden Augen der Menschen und einer tollen Gemeinschaft unter den Handwerkern, die wir immer als sehr stärkend für den Alltag in Deutschland empfinden. Den Segen Gottes dürfen wir auch bis in unsere Familien hinein spüren.
Erstaunlich ist auch, dass es in den ganzen Jahren – seit 2004 gibt es die Handwerkerreisen – keine Unfälle und größeren Verletzungen bei den oftmals auch gefährlichen Arbeiten gegeben hat. Ich denke schon, dass der lebendige Gott dieses Tun an seinem Volk bewahrt.
Wir Handwerker sind der Meinung, dass diese Form des Dienstes am Volk Israel der richtige Weg ist, um sein Volk „zu reizen oder eifersüchtig zu machen” für Jesus Christus, der auch ihr Messias ist. Gerade wir Deutschen sollten uns mit verbalem Missionseifer zurückhalten und lieber mit Händen und Füßen dienen. Ein israelischer Reisebegleiter hat es uns so gesagt: „Ihr seid die ersten Deutschen, die nichts von uns wollen, sondern uns Juden nur etwas geben.” Wenn sie dadurch dann zum Nachdenken kommen und nachfragen, dann darf man mit gebotener Achtung den Juden gegenüber sagen, was uns antreibt: Die Liebe zu Jesus Christus und zu Israel. In diesem Sinne wollten wir euch Lesern ein Stück Anteil geben an einer anderen Reise nach Israel.
Werner und Christiane Goldmann aus Linstow



