Oberste Priorität haben die Menschen

Hanna WeberSechs Stunden Zugfahrt, vier Mal umsteigen, kein Auge zugedrückt, einen riesigen Koffer, ´ne Gitarre und Handgepäck. So erreichte ich den Bahnhof in Parchim. FSJlerin Julia stand bereit, um mich abzuholen. Im Gemeindehaus angekommen stelle ich mein Koffer in unser Zimmer und werde freundlich mit der Frage begrüßt: „Hast du Lust, die Röllchen am Vorhang zu befestigen?” Habe ich natürlich nicht, denn ich will eigentlich nur schlafen, aber man will ja auch einen guten Eindruck hinterlassen und so setze ich mich mit einem freundlichen Lächeln auf den Fußboden im Jugendraum und befestige Röllchen am Vorhang. Dabei lerne ich die ersten Leute kennen und fühle mich direkt pudelwohl. „Oberste Priorität haben die Menschen! Alles andere kann zurück gestellt werden”-lautete die erste konkrete Anweisung zum Leben hier… und das spürt man auch.
Ich bin nicht die einzige, die sich hier wohlfühlt. Viele meiner Mitgeschwister haben hier ein zu Hause gefunden, wo immer jemand da ist, der sich Zeit nimmt, ob zum Reden oder Kickern oder zum gemeinsamen Essen. Auch viele Leute, die Jesus noch nicht kennen kommen hierher und arbeiten einfach nur mit oder suchen den Kontakt. Man merkt, wie Gott durch diese Gemeinde wirkt und Leute berührt. Zum Beispiel gibt es im Abenteuerland (8-12 Jahre) Kinder, die das Beten und auch Gott total „blöd” und „langweilig” finden, aber immer wieder kommen und die Atmosphäre hier genießen. Sie erleben hier Liebe und Anerkennung, die zu Hause oft fehlen. Oft wissen wir nicht alle Details davon, wie schwer es in den Familien ist. Wir können nur für die Kinder beten und ihnen von einem Gott erzählen, mit dem wir leben und der uns durch schwierige Situationen trägt. Auch für mich ist dieses Praktikum eine Zeit, in der ich Gott wieder ein Stückchen näher gekommen bin. Durch das Zusammenleben mit anderen Christen wird sich viel ausgetauscht und manchmal bis tief in die DurchbruchNacht über die Offenbarung gesprochen. Auch das gemeinsame für- und miteinander Beten tut gut und ermutigt.
Aber wir arbeiten nicht nur mit Menschen und bereiten die Gruppenstunden vor. Da die Gemeinde in das neue Haus (siehe Bild) umgezogen ist; stehen auch noch viele Arbeiten dort an. Sachen werden weg- oder aufgeräumt, Schränke eingebaut und Vorhänge aufgehängt. Doch damit ist hier noch lange nicht alles fertig. Denn wenn genug Geld zusammen ist; wird das Haus erweitert und die FSJler bekommen endlich ihren eigenen Bereich.
Aber auch jetzt schon wird das Haus ausgiebig genutzt und Tag für Tag mit Veranstaltungen und Gruppen gefüllt. Wie zum Beispiel für das erste Treffen aller Darsteller für LICHTWERK (der Name bezieht sich auf Matthäus 5,16). LICHTWERK wird eine Veranstaltung, die Menschen aus der Umgebung anregen soll, über Gott nachzudenken oder auch selber daran LichtwerkTeil zu haben. Denn es machen nicht nur Leute der LKG mit, sondern alle, die Spaß daran haben, die Story von „Braveheart” in einer biblischen Intepretation sowohl durch Musik, Tanz als auch Schauspiel darzustellen. Egal ob jung oder alt , ob Christ oder nicht. Eine geniale Idee, Menschen zu retten, sodass sie die frohe Botschaft hören können und die Möglichkeit haben, Gott auf ihrer Ebene kennenzulernen. Der ganze Saal war beim ersten Treffen gefüllt und die Leute sind sehr engagiert und begeistert. Toll, wie unser Gott durch Menschen wirkt! Ich freue mich schon, am 12. März dabei sein zu können, um die große Schlacht zwischen Schottland und England zu beobachten…
Ich bin sehr froh hier zu sein und mit den Menschen zu arbeiten; es ist wirklich nur zu empfehlen!
Gottes Segen!
Hanna Weber (Praktikantin aus Enger/Westfalen)