Senioren auf die Kanzel
- so hieß es am 3. April 2011 in Waren. Die Senioren hatten zu einer besonderen Gemeinschaftsstunde in den Gemeinschaftssaal eingeladen. Unter der bewährten Moderation von Walter Kühl startete das Programm um 17 Uhr. Er nahm uns mit auf einen Weg: Eine frische, freundliche Begrüßung – mehrere Bibelzitate zum Sonntag Lätare – Gebet – es folgten ein Lied vom „Haben im Glauben” (GLB Nr 373) und ein Vortragslied (ein Duett mit Ingolf und Kristin Kühn). Musikalisch wurde alles von E-Piano und Trompete begleitet.Dann kamen Karl Steinke und Siegfried Reiter – je mit einem Predigtteil – zu Wort – zum Thema „Lebenszeit und Ewigkeit”. Im ersten Teil sprach Karl Steinke bewegend über sein aufregendes Leben: die Kindheit und Schulzeit in der
Heimat, die Zeit der Jugend, die besondere Zeit des Nationalsozialismus, die Flucht und der Neuanfang nach dem Krieg in Thüringen. Er berichtete vom Beruf des Bau-, Möbel- und Sargtischlers, von dem Familiensegen mit drei Kindern. Er sprach davon, wie sich seit der Jugend der Glaube prägend und gestaltend durch sein Leben zog. Auch in den schweren Krankheitszeiten und im Alter war der dreieinige Gott an seiner Seite. Karl Steinke hat vielfältig in Gemeinschaft und Kirche mitgearbeitet (Jugend, Posaunenarbeit, Verkündigungsdienste, Ortsvorstand, Brüderrat…). Im Alter wurden er und seine Frau nach Mecklenburg „verpflanzt”, um in Malchow neu zu beginnen. Bruder Steinke hatte die Lebenskreise
(Kindheit / Jugend und Erwachsensein / Alter) groß auf einem Blatt Papier dargestellt, sodass jeder mitdenken konnte: Wie war bzw. ist das in meinen Lebenszeiten?
Nach einem gemeinsamen Lied (GLB Nr. 704) begann Siegfried Reiter mit dem zweiten Teil. Anhand von vielen Bibelstellen wies er auf Gottes große, herrliche Ewigkeit hin. Eine Ewigkeit, die durch Jesu Menschsein, Leiden, Sterben und Auferstehen auch uns aufgeschlossen wurde. Das menschliche Leben endet nicht mit dem Tod. Der Tod ist Durchgang, Heimgang zu Gott. Dort sind viele Wohnungen schon bereit. Dort sind viele, die uns vorausgegangen sind und die auf uns warten. Dort findet das ewige Leben seine Vollendung, das schon hier im Glauben begann. Ja, wie das Leben in der Ewigkeit im Detail aussehen wird, das wissen wir nicht. Aber dass dieses ewige Leben Realität ist, darüber lässt die Bibel keinen Zweifel. Siegfried Reiter schloss damit, dass das Kreuz sowohl das Zeichen des Todes als auch das Zeichen des Sieges, des neuen Lebens ist. Ein alter Liedtext hat Menschen immer wieder getröstet und gewiss gemacht: „Wenn nach der Erde Leid, Arbeit und Pein ich in die himmlischen Gassen zieh ein …”
Diese besondere Stunde schloss mit Gebet, Segen und dem Lied (GLB Nr. 517) „Fröhlich zieh ich meine Straße….”
Senioren auf die Kanzel – vielleicht auch in Ihrer Gemeinschaft zum Nachahmen.
Senioren – sie haben vor den Nachkommenden gelebt und ihnen Leben vorgelebt.
Senioren – unsre Vorgänger und wir ihre Nachfolger.Impuls:
Vielleicht schlagen Sie noch einige Bibelstellen auf und sinnen dem Thema „Lebenszeit und Ewigkeit” nach:
Sprüche 3,5+6; 16.9; Prediger 11,9+10; 9,9+10; 8,16f.; Psalm 90,10+12+1+2; 36,8-10; Johannes 3,16+36; 10,28; 11,25f.; 14,2+3; Römer 6,23; Offenbarung 21+22
Gerfried Blanckenfeldt, Waren



