Sport ist Mord … oder so
… und außerdem, was hat Sport mit Gemeindearbeit zu tun? Das waren nur ein paar der Bemerkungen, die fielen, als wir anfingen mit Jugendlichen Fußball zu spielen. Was soll das? Was bringt das? Das ist doch nicht unser „Kerngeschäft”! Wie viele Kinder und Jugendliche sind denn dadurch schon in unsere Gemeinde gekommen? – wären noch ein paar ergänzende Fragestellungen, die uns immer mal wieder begegnen.In der Tat, was soll das? Na ja, wenn wir Langeweile und nichts Besseres zu tun haben, können wir es tun. Ist das unsere Motivation? Dafür schlagen sich Mitarbeiter wöchentlich bis zu fünf Stunden in Turnhallen herum?
Ich denke, dass wir Kindern und Jugendlichen etwas Gutes tun, wenn wir mit ihnen turnen, Fußball oder Volleyball spielen. Klar können sie das auch woanders oder allein oder …
Ist es nicht eine Tatsache, dass sich Kinder- und Jugendliche (natürlich auch Erwachsene) viel zu wenig bewegen? Wir geben ihnen die Möglichkeit, sich zu bewegen, Spaß zu haben, etwas zu lernen. Wir haben Zeit für sie und schaffen den äußeren Rahmen dafür, indem wir die Turnhallen anmieten und verantwortliche Mitarbeiter dabei sind. Gerade beim Fußball oder Volleyball lernen Kinder und Jugendliche außerdem Sozialverhalten. Wie gehe ich mit Konflikten oder mit Frust um? Beim Training werden sie herausgefordert, aber auch in ihren Begabungen gefördert.
Beim Kinderturnen können sich die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern bewegen, die kleineren Kinder lernen von den größeren. Ich staune immer wieder, wie die Kinder sich auf den Freitagabend freuen und sich austoben, sodass sie dann zu Hause „ins Bett fallen” und schlafen.
Warum wir das tun, werden wir immer mal wieder gefragt. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen etwas Gutes tun! Natürlich wollen wir ihnen auch etwas von unserem Glauben weitergeben. Deswegen gibt es möglichst immer einen altersspezifischen geistlichen Impuls. Wir freuen uns, wenn Kinder und Jugendliche anfangen, sich mit dem Glauben an Jesus Christus zu beschäftigen. Das schreibe ich hier ausdrücklich. Aber dazu nötigen wir keinen. Wir zwingen auch keinen, mit uns zu beten. Aber wir bitten sie zu respektieren, dass wir beten.
Wir wünschen uns, dass Kinder und Jugendliche mit diesem Impuls in ihr Leben starten: Christen und christliche Gemeinden waren zuerst einmal für uns da, haben uns geholfen ins Leben zu kommen. Wir wünschen uns, dass Kinder und Jugendliche mit dem Wissen ins Leben gehen: Es gibt Leute, die ein offenes Ohr haben, die Gott kennen und die Menschen lieben.
Unsere Zukunftsvision ist, dass sie sich später daran erinnern, selbst die Nähe des Glaubens suchen, vielleicht auch ihren eigenen Kindern den Kontakt zu Gemeinden und dem Glauben ermöglichen.
Inzwischen ist unsere Sportarbeit (als LKG Schwerin zusammen mit dem EC-Schwerin) nun schon 12 Jahre alt. Im Moment trainieren wir wöchentlich mit durchschnittlich 15 Mädels und Jungs der Altersklasse 6 bis12 Jahren und ca. 15 Jungs und Mädels im Alter von 15 bis 22 Jahren je 90 Minuten Fußball, außerdem noch mit 12 Mädels und Jungs von 15 bis 22 Jahren Volleyball. Wir veranstalten jährlich ein Fußballcamp und nehmen an Turnieren teil. Außerdem kommen wöchentlich (im Winterhalbjahr) 30 bis 40 Kinder mit ihren Eltern in zwei Gruppen zum Kinderturnen. Dies alles wird geleistet von 7 bis 8 Mitarbeitern.
Martin Zimmermann, LKG Schwerin



