Wie finden Erwachsene zum Glauben?
„Das ist es!” rief ich meinem Mann freudig entgegen. Ich wedelte mit einer Einladung für einen „Tag missionarischer Impulse” in Güstrow vor seiner Nase herum: Erwachsenen helfen, Schätze des christlichen Glaubens zu entdecken. In unserem alten, geduldigen Gemeindehaus pulsiert Tag für Tag der Herzschlag unendlich vieler Jungs und Mädels. Eines jedoch fällt uns immer wieder auf: Die Jugend hat ihren Platz in der Gemeinschaft gefunden und auch die ältere Generation ist vertreten, doch wo bleiben die Männer und Frauen zwischen 30 und 50? Man sieht sie auf der Straße geschäftig umherlaufen, man trifft einige beim Sportverein oder bei größeren Veranstaltungen in unsere Stadt. Sehnen sie sich nach einem wirklichen Sinn für ihr Leben, suchen sie nach Inhalt und Orientierung?
Tragen noch viele Menschen in der Mitte ihres Lebens die Frage nach Gott und dem Glauben, dem Christsein und der Kirche in ihrem Herzen? Wir möchten auf die Suche gehen, Fragende einladen, Zweifelnde begeistern und zaghaft Glaubende ermutigen und stärken. Ja, aber wie? Wir fahren also am Samstag, den 14. November 2009 fest entschlossen, Antworten auf unsere Fragen zu finden, in das Bürgerhaus nach Güstrow.
„Keiner verirrt sich soweit weg, dass er nicht wieder zurückfinden kann.” Ein gutes Wort zu Beginn der Veranstaltung, denn wir hatten uns auf dem Hinweg ein wenig verfahren. So war ich nun auch sehr zuversichtlich, trotz wissenschaftlicher Studie, viele praxisnahe Impulse zu bekommen. Die Mitarbeiter des „Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung” in Greifswald stellten uns die wichtigsten Ergebnisse ihrer Studie vor und fragten nach Konsequenzen für unsere praktische Gemeindearbeit. Eine der 10 Thesen beschreibt den unterschiedlichen Weg des Glaubens der Befragten. Es gibt kein Schema „F”, keiner findet nach einem bestimmten Muster zum Glauben. Die Glaubensveränderung liegt bei 5,8 bis 12,5 Jahren. Das heißt doch, Menschen brauchen in erster Linie unsere Zeit und wir brauchen einen langen Atem – am Besten Geduld als Vorratspackung. Ist jemand auf der Suche, nach Orientierung und Vergewisserung seines Glaubens, dann sind persönliche Kontakte und Beziehungen erste Schritte auf dem Weg. Wie sehen diese aus? Wir nehmen die Menschen so an wie sie sind, bekennen offen unseren Glauben und unterstützen sie authentisch auf ihrer geistigen Reise. Ein weiterer Zugangsweg sind Glaubenskurse. Dr. Johannes Zimmermann stellte vier Kurse für Erwachsene vor. Zum Beispiel den „Emmaus” und den Kurs „ Christ werden- Christ bleiben”. Die Grundidee der Kurse, den Lebenshintergrund der Beteiligten sehr ernst zu nehmen, wie z. B. Blockaden oder
Ängste und sich die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen, gefiel uns besonders. Leider blieb nach den Vorträgen nur sehr wenig Zeit für Fragen und Gespräche. Auf dem Heimweg holperten erste Gedanken zu einem Glaubenskurs durch unsere Köpfe und zuversichtlich klangen die Worte von Professor Dr. Herbst in uns nach: „ Egal in welchem sozialem Umfeld – ,Mission impossibel `(die unmögliche Mission) ist möglich”.
Heike Salamon, Parchim



